Wenn die Menschen zu mir kommen, dann erzählen mir ihre Haare eine Geschichte und es liegt am Friseur, aus dieser Geschichte eine erfolgreiche zu machen.
Bertram K
Haare schneiden ist für Bertram K Berufung und Leidenschaft zugleich. Wenn er die Schere in die Hand nimmt, dann fühlt sich der Mensch, dem er die Haare schneiden wird, bereits gut. Das Zwischenmenschliche ist für den Wiener Friseur der Schlüssel zum Erfolg, das Wissen über einen Menschen die Basis, auf der er den individuellen Haarschnitt aufbauen kann. Intuitiv folgt er seinen Vorstellungen, setzt seine Visionen um, denn die perfekte Form zu erarbeiten ist für ihn ein innerer Akt, der nichts damit zu tun hat, von außen suggerierte Bilder wie ein Schnittmuster zu kopieren. Viel eher findet er Inspiration in Gemälden, Filmen, einem Song oder, wie seit kurzem, in glühenden Lichtfasern.
Im Vordergrund steht immer die Ästhetik. Ich bin kein Freund von freakigen Sachen, Haare sollen sexy sein, einladen, sie anzugreifen.
Auf Trends will sich Bertram K nicht festlegen. Haare sind lebendig, wachsen und verändern sich. Ständig in Bewegung zu sein ist auch die wichtigste Erfahrung, die, er aus seiner Zeit als Stylist in London mitgenommen hat. Auf Anraten seines Mentors, dem Szene-Friseur Werner Grecht, mit dem er zu Beginn seiner Karriere zusammengearbeitet hat, geht Bertram K 1995 nach London. Bei Tony&Guy steigt er binnen zwei Jahren zum Art Director auf und stylt prominente Köpfe wie Donna Karan, Jamie Lee Curtis und Kim Wilde. Bei den Fashionshows von Dior, Helmut Lang, Issey Miyake, Balenciaga und Copperwheat Blundell übernimmt er das Styling von Top Models wie Nadja Auermann, Kate Moss und Alec Wek. Sie vertrauen Bertram K ebenso wie Julien Lennon, der sich auf der Suche nach einem neuen Look an den Shootingstar aus Wien wendet. Die Sängerin Björk engagiert ihn für eines ihrer Musikvideos, auf MTV arbeitet er für die Sendung „Stylissimo Special“ und namhafte Londoner Magazine wie Face Magazine, I-D, Dutch, Dazed and Confused, Wallpaper, Playboy, Sunday Times Magazine, Sunday Telegraph und The Guardian wollen nicht auf die skills von Bertram K verzichten.
Als Salon- und Academy Art Director übernimmt er bei Tony&Guy auch
die Verantwortung für die Shows, Seminare und Weiterbildung. Seine
Philosophie, die er den Nachwuchs-Friseuren in London vermittelt, ist
auch die Basis für sein eigenes Unternehmen, das er nach seiner Rückkehr
nach Österreich 2003 gründet.
Minimaler Aufwand, maximaler Effekt. Das Credo von Bertram K.
Der
Haarschnitt ist für Bertram K das Werkzeug, um seine Philosophie, sein
Konzept zu transportieren. Das gilt vor allem für seine Shows. Eine
Haarnadel könnte man im Publikum fallen hören, wenn 2000 Kollegen dem
Friseur und geborenen Entertainer auf der Bühne dabei zuschauen, wie er
in dramaturgisch ausgefeilten Performances seine Methode vorführt.
Es ist nicht das Färben, Aufstecken und Föhnen, der Haarschnitt ist die Königsdisziplin“. In unserem Gewerbe, werden Friseure erst dann hellhörig, wenn du mit dem Schneiden beginnst.
Ein Jahr nach seiner Rückkehr sucht L’Oreal Österreich die Zusammenarbeit mit Bertram K, der seitdem für den französischen Konzern als internationaler Botschafter von L’Oreal Professionel unterwegs ist. Als einer von sechs europäischen Top-Friseuren ist Bertram K seit drei Jahren auch in das innovative Forschungs- und Entwicklungsprogramm „H3“ von L’Oreal International Paris eingebunden. Bei Trainings und Seminaren auf drei Kontinenten wird die Zukunft der Branche verhandelt. Auch die Seminare seiner Akademie „Bertram K Education“ führen ihn um die ganze Welt. In Kooperation mit L’Oreal Professionel unterrichtet er Friseure in seiner „Bertram K-Methode“, die vor allem darin besteht, mit positiver Energie, umkompliziert und effizient ans Haare schneiden heranzugehen.
Von den Bühnen in Europa, Asien, Australien kehrt Bertram K gerne zurück in seine Werkstatt, den Wiener Friseursalon folgeeins. 2006 wurde er dort Partner von Athena Werbik, mit der ihn eine erfolgreiche Arbeitssymbiose verbindet, die den Freigeist, der sich bis dahin niemals örtlich gebunden fühlte, glücklich und stolz macht. Folgeeins ist auch der Stützpunkt der Schulungsakademie „Bertram K education“, wo er Kollegen aus Asien, Griechenland, Israel, Norwegen und Finnland unterrichtet. Die Software, die er dort lehrt ist vor allem das Gespür für Menschen und ihre Geschichte. Daraus entsteht das Gefühl für die richtige Form, denn die, ist Bertram K überzeugt, kann man nicht so einfach erlernen wie die Technik.
Bertram K, der sich selbst als Voyeurist bezeichnet – „ eine wichtige Voraussetzung in meinem Beruf“ – schätzt auf seinen vielen Reisen vor allem die Erfahrung fremder Kulturen, die dem Haar ganz unterschiedlicher Wertigkeiten beimessen. Die Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters – das ist der Mensch, der sich im Spiegel mit neuem Haarschnitt erblickt, aber auch der Friseur. Bertram K versucht daher nicht jeden Geschmack seiner Kunden zu treffen, sondern seine Vision und Schönheitsideal umsetzen „und dass ich dabei den Geschmack meiner Kunden zumeist treffe, das macht diesen Beruf so interessant und schön“.